So hatte ich mir das ja eigentlich nicht vorgestellt. Alina ist ihr neues woom 6 Explore viel zu schnell zu klein geworden. Nur ein Jahr fährt sie es jetzt erst. Die Rahmengröße des 26ers ist auch wirklich eine Kinder-Geometrie. Und vielleicht war mir das schon irgendwie klar, als das Fahrrad auf Arbeit stand – gut verborgen vor Alinas Geburtstag. Nach dem Ostseeurlaub meinte sie jedenfalls direkt: »Wieso ist mein Fahrrad so winzig?!« und dann »Papa! Mein Fahrrad ist zu klein!!«. Naja. Offensichtlich hat sie recht. Die Sattelstange ist weit herausgezogen, fast bis zur max.-Markierung, da ist nicht mehr viel Luft nach oben. So schnell hatte ich das nicht angehen wollen. Wenigstens war die Umspeicherei des Vorderates mit dem Nabendynamo nicht für die Katz‘, Jannika ist schon ganz scharf auf ihrer Schwester Rad.

Davor steht aber der Kauf eines neuen Zweirads für Alina. Das ist besonders schwierig – also teuer – wenn man etwas leichtes haben will. Das Woom wiegt voll ausgestattet 10 kg. Sucht man solchen Leichtbau im Erwachsenenbereich, ist man schnell im mittleren 4-stelligen Preisbereich. Nichts, was ich bereit bin zu bezahlen. Hier wird auch sicher mit ganz anderen Kräften gerechnet, aber das ist nichts, was Alina braucht. Trotzdem kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass man hier zu einer Robustheit genötigt wird, die absolut übertrieben ist. Was soll ich von einem nackten Singlespeed mit Carbongabel halten, dass trotzdem mehr als 12 kg wiegt?! Rahmen dann doch aus dem Vollen geschmiedet?

Früher war alles besser

Im Bereich der Gebrauchten ist das Angebot im Herbst gar nicht so schlecht. Dachte ich. Deutschlandweit stimmt das, sobald ich aber den Bereich auf 50 km einschränkte: Pustekuchen. Manchmal ist doch ‚was schönes aufgeploppt, ein Canyon Commuter 5 zum Beispiel. Eine Ausstattung, wie ich sie auch im Alltag fahren wollen würde: Scheibenbremsen, Riemen, Nexus 8, festes Licht, Gepäckträger und Option auf Lowrider; 700,- € wären bei dem guten Zustand auch nicht zu viel gewesen. Ich wäre bereit gewesen mal nach Leipzig zu fahren – aber der Verkäufer hat sich angestellt einen Termin zu finden. Sowas nervt kolossal, ist aber nicht zu ändern.

Letzten Endes hab ich in Bautzen ein Scott Sub 45 Solution in Größe S gefunden. Mit Baujahr 2011 so ziemlich eins der ersten bei Scott, wo Scheibenbremsen in der breiten Masse verbaut wurden. Das war so ziemlich die einzige Bedingung, die alte Räder erfüllen mussten:Scheibenbremsen. Naja, das und das sie keine schmiedeeisernen Streitrösser sind. Ob des Alters war der Preis mit 170,- € so niedrig, dass ich hier mit vollen Händen Teile werfen – sprich: modernisieren – kann. Abgeholt hat’s mein Vater mit seinem Auto und dem Fahrradträger auf der Kupplung. Das lief unkompliziert.Scott Sub 45 Solution auf KleinanzeigenDas Bike ist ein bisschen stärker zerkratzt, als es auf den Bildern zu erkennen war. Es muss mal die Bremse geprüft werden – der Leerweg ist vorn arg groß; bissel schmutzig ist’s, die Griffe sind *mäh*; Kleinkram. Die 3×8-Schaltung arbeitet auch nicht gerade fluffig, da mach‘ ich mir aber nicht die Finger dran schmutzig: Die schmeiß‘ ich raus und ersetze sie mit einer 1×10. Das olle Acera Schaltwerk wird vermutlich eh nicht besser, egal wieviel Aufwand ich in Reinigung und Justage investiere.

Alles neu

Ich folge dem Pfad, der Erneuerung. Eigentlich wäre ein Shimano-XT-Schaltwerk cool gewesen, aber man nimmt, was man kaufen kann. Eine Deore 1×10 ist es geworden:

  • CS-M4100 Kassette 10-fach
  • RD-M5120 Schaltwerk – Shadow RD+
  • SL-M6000 Schalthebel

Dazu noch ’ne CN-HG54 Kette für 10-fach summiert sich auf 90,- €. Alle alten Komponenten ließen sich leicht demontieren. Viel Aufwand war dagegen, die ganzen kleinen Ecken zu putzen; Dreck allüberall. Hätte ich mit dem Lappen auch mal etwas beherzter die Kassette festgehalten, wäre mir der Weg in den Baumarkt erspart geblieben; Die Kettenpeitsche hätte’s nicht gebraucht. Fest ist was anderes – aber besser so als unnötig festgewürgte Verschraubungen …

Kassette und Schaltwerk sind einfach dranzuschrauben, beim Schalthebel ist mir dann aufgefallen, dass da zwar der Zug inklusive ist, die Bowdenzug-Hülle aber nicht. Achnaja … Wechsel ich halt noch die Kurbel. Alina waren die 170 mm deutlich zu lang. Allerdings kann ich auch keine 150er da dranschrauben, wie an ihrem woom. Der Kompromiss, auf den wir uns geeinigt haben, ist eine 160er. Es stellt sich als viel schwieriger heraus, als gedacht: Vorn soll ein 36er Kettenblatt drauf, Markenhersteller bieten aber höchstens 34 Zähne an so kurzen Kurbeln, und die sind dann mit der Kurbel verpresst. Warum?!

Eine Kurbel hatte ich noch gefunden, aber aus dem Downhill-Bereich: fast 900 g schwer! Letzten Endes musste ich auf ‚die Chinesen‘ bei Amazon zurückgreifen. Da findet sich jede gewünschte Kurbellänge für JIS Vierkant und einem BCD 104 mm. Blätter kann man sich sogar nach Farbe aussuchen in nahezu beliebiger Zähnezahl – als Narrow-Wide natürlich nur geradzahlig. Kurbel plus Blatt schlagen mit 42,- € zu Buche.

what it’scott to be

Damit ist der erste Bastelabend rum. Jetzt heißt es nochmal Teile bestellen. So viel wird es nicht, Kleinkram für so 50,- € rechne ich. Griffe liegen noch rum in blau; Damit Alina ihre Tasche(n) für die Schule anhängen kann will ich Hebie Alumee Wingees dranbauen – auch die liegen schon im Keller – was sich halt so ansammelt. Licht wird wahrscheinlich nochmal eine Herausforderung: Den Shutter Precision will ich gerne ins Vorderrad einspeichen und an der Front wäre eine IQ-X schön. Wahrscheinlich summiert sich das auf 200,- €.

Alles in allem sind die 550,-€ insgesamt ein günstiges Fahrrad, günstiger als Alinas letzte zwei wooms jedenfalls. Selbst wenn man mir die 100,- € noch dazu gemahnt. Kaputtbilanzieren schaffe ich aber trotzdem nicht: Sollten wir das Ding noch in Wunschfarbe lackieren, bleibt der Preis immer noch im Rahmen. Was der Rahmen ist? Sag ich, wenn’s perfekt fertig ist. Tausend sind aber unmöglich zu knacken.

(swg)

Kennt ihr das, wenn es Abends regnet, die Sonne knapp über dem Horizont aber nochmal unter den Wolken leuchten kann?Tiefstehende Sonne beleuchtet Nieselregen: Flüssiger SonnenscheinWoher Alina das hat, weiß ich nicht, aber »Flüssiger Sonnenschein« trifft es wirklich gut.

(swg)

Vor sehr langer Zeit schon habe ich mich für das Theme entschieden, das ihr hier auf dem Blog seht, Wu Wei. Im Prinzip ist es heute noch das Design, wie Jeff Ngan es schuf – und es ist mir nie ‚über‘ geworden. Dankenswerter Weise hat er es unter GPL3 gestellt: Hier und da habe ich im Laufe der Zeit ein paar Dinge verändern. Farben angepasst, Lesezeit eingebaut, fancybox zum Anzeigen der Bilder (wenn man JavaScript erlaubt).

Aber das Design blieb im Grunde unangetastet. Irgendwann wurde es nur notwendig, das ganze auf `Responsive Design` umzustellen, damit der Kram auch auf dem Handy lesbar ist. Zugegebener Maßen habe ich da dilettantisch herumhantiert, mit angelesenem Foren-Wissen versucht umzusetzen, was ich gern wollte. Details blieben dabei auf der Strecke: Kein Burger-Menü, das Menü oben blieb zu breit für die Anzeige auf dem Smartphone, schlecht angepasste Bildgrößen, und so weiter und so fort. Es war einfach nie Zeit, da tief einzutauchen. Und das Debuggen im CSS und PHP-Code war einigermaßen zeitraubend. Für CSS gibt’s scheinbar keine guten Tools, die einem schön zeigen, was man gerade `zerstört` hat, die Developer-Tools im Chromium sind da nur ein rudimentärer Helfer.

Vieles von den kleinen, nervigen, unschönen Quirks habe ich jetzt mal beseitig: Endlich werden Nutzern, die eh keine Leseberechtigung haben, solche Beiträge überhaupt nicht mehr angezeigt oder gelistet. Auf dem Smartphone sieht die Seite endlich vernünftig aus, die Breite stimmt, die Bilder kann man im ganzen sehen und die Schrift auch lesen. Nicht zuletzt, weil das Menü zu einem Burger-Menü schrumpft.

Wie das ging? Mit Hilfe von KI. Es ist so wunderbar einfach diesem Tool eine konkrete Frage hinzuwerfen, die entsprechenden PHP und CSS-Dateien hochzuladen und dann eine Qualifizierte Antwort zu bekommen; Eine Antwort für die man eine Woche Foren-Thread-Crawling und starke Nerven benötigt hätte, um all die Details und Schnipsel zusammenzutragen und pampige Antworten auszufiltern. In den letzten zwei Wochen habe ich mehr im Theme-Code in Ordnung gebracht, als in den letzten 10 Jahren! Ich will das nie mehr missen. Und es gibt so viele kleine und große Ideen, was ich gerne noch alles hätte.

Achja: Danke an Jeff Ngan für ein Stück Code, das mir schon sehr lange Freude bereitet.

(swg)

Herbstzeit ist Spinnenzeit! Aktuell kreucht und fleucht das achtbeinige Getier wieder in allen (un)möglichen Ecken herum. Allzu prickelnd finde ich die in der Wonhnung auch nicht – insbesondere habe ich Vorbehalte bei den Ganzlangbeinigen. Andererseits tilgen sie recht zuverlässig Obstfliegen, wenn mal wieder irgendein Obst übersehen wurde und „drüber“ ist. Oder der Biomüll zu lange Zeit zur Entwicklung hatte … Ein ganz besonderer Gast hat sich auf unserem Balkon eingefunden.Gartenkreuzspinne hat saugt eine Stinkwanze ausWir haben sie als Gartenkreuzspinne identifiziert. Gerade ist ihr eine Stinkwanze zum Opfer gefallen. Es ist schon einigermaßen faszinierend, womit so eine Spinne fertig wird. Gestern hat sie zwei Wespen erlegt und eingewickelt. Kleinere Fliegen hängen auch noch im Netz. Überhaupt: Das Netz! Mehrere Fäden spannen sich von der Balkondecke bis hinunter zum Blumenkasten. Man fragt sich, wie sie das angestellt hat! Pfeil und Bogen wird sie kaum benutzt haben, um den Faden hochzuschießen. Eigentlich kann sie sich ja nur von oben herunter gelassen haben – aber der Weg rings herum um den Balkon ist schon ganz schön weit. Vielleicht können wir sie ja heute Abend mal beobachten: Gartenkreuzspinnen bauen ihre Netze nachts.

Jetzt jedenfalls hat auch sie ihr Mittagessen beendet und die Stinkwanze einfach hingebammel.Gartenkreuzspinne hat die erbeutete Stinkwanze aufgehängt

(swg)