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Gestern so:

In mehreren deutschen Städten ist es am Wochenende zu Demos gegen eine Zusammenarbeit mit der AfD gekommen. Bei einer Großdemo in Berlin protestierten laut Polizei rund 160.000 Teilnehmer – die Veranstalter zählten deutlich mehr.

Oder bis zu 250.000, wenn man den Veranstaltern glaubt. Irgendwo dazwischen liegt vermutlich die Wirklichkeit, genau genommen ist das aber egal. Was mich frappiert ist, dass ich auf die Sonntagsfrage gucke und das in meinem Kopf nicht mit den Teilnehmermassen überein kriege. Das war schon Anfang 2024 so. Für mein Gefühl müsste die Arschkarte für Deutschland viel niedrigere Werte haben. Scheinbar gibt es aber eine vergleichsweise stille Gruppe, die blau wählt, aber nicht weiter in Erscheinung tritt.

Ich weiß auch nicht.

(swg)

Einen Geburtstag unter der Woche begeht man rudimentär oder richtig. Heute war ‚richtig‘ dran: Die Kinder schicken wir weg, und dann gehörte der Tag uns: In die Sauna soll es gehen, in welche, das entscheiden wir beim Frühstück. Ich bin passionierte Auswärts-Frühstücker – nicht dass ich das Sonntagsfrühstück am heimischen Tisch nicht zu schätzen wüsste. Aber sich mal um überhaupt gar nichts kümmern zu müssen, weder vorher, noch nachher, das macht die Sache erst wirklich entspannend.

Die Großen sind in die Schule geradelt, Mika geben wir selber in der Kita ab (was Mika gar nicht gut fand: Mama kann ihn nicht abgeben, da gibt es Tränen). Von da ist es nicht weit zum Plauener Rathaus: Beim Schwerdtner gegenüber machen sie einen guten Job, da gibt es am Frühstück nichts zu beanstanden. Man wartet auch nicht ewig, bis jemand die Bestellung aufnehmen kommt und serviert wird auch ohne große Kunstpause.

Die Sauna-Frage ist noch zu klären: Wir sind uns einig, dass der Tripp nach Bad-Schandau einfach zu viel Zeit frisst und zu wenig Zeit zum entspannen bleibt. Auch wenn wir schöne Erinnerungen an unsere Besuche dort haben, wir brauchen wirklich einen ganzen Tag dafür. Nordbad? Ist ein bisschen knapp ausgestattet mit 2 Saunen. Im Elbamare sieht es ähnlich aus. Was wir noch nie probiert haben: Im Arnoldbad haben sie ihre Saunen vor ein paar Jahren saniert. Jetzt gibt es da 60°C, 2x 70°C, 95°C, ein Dampfbad, Pool im eigenen Außenbereich – da fehlt echt nichts, oder? Und es ist für uns gleich um die Ecke, wir brauchen nur unsere Fahrräder nach Hause bringen und mit der Straßenbahn den Berg runter fahren.

Ein paar Minuten vor um zehn stehen wir mit ein paar weiteren Besuchern vorm Arnoldbad und warten auf Einlass. Die allermeisten gehen schwimmen, nur wenige biegen zur Sauna ab. Die Leere füllt sich aber tatsächlich noch in der ersten halben Stunde, mindestens zwanzig weitere Besucher finden sich ein. Für einen Mittwoch-Vormittag finde ich das eine erstaunliche Anzahl. Das Publikum ist jedenfalls bunt gemischt, es sind offenbar einige dabei, die sich einen Urlaubstag gönnen.

Verlernt haben wir ‚Sauna‘ jedenfalls noch nicht, schwitzen vertragen wir beide immer noch sehr gut. Und der Sprung ins eiskalte Becken ist mir auch nach wir vor ein Fest. Den Aufguss in der 95°C-Sauna machen wir trotzdem nur einmal mit: Wenn auch schön, ist das einfach ziemlich anstrengend. Dazwischen gibt’s an der Bar ein Getränk, Mittag können wir hier auch abfeiern. Ansonsten gammeln wir auf den Liegen herum, lesen, dösen – es ist schön hier im Arnoldbad. Schade, dass wir halb drei schon wieder raus müssen: Die Kinder wollen mit uns noch ein Eis essen gehen. Aber wir werden das wohl wieder öfter machen, einfach in die Sauna gehen.

(swg)

„Ich bin jetzt auch Vegetarier.“ Vorher hat Alina noch von H. erzählt, einem Mitschüler, der jetzt kein Fleisch mehr essen will. Das kam, weil H. ihr bei ihrer Projektarbeit über die Schulter geguckt hat. Wortwörtlich. In ihrem aktuellen Projekt beschäftigt sich Alina mit Massentierhaltung, deren Auswirkungen auf die Umwelt und den möglichen Alternativen. Zu Recherchezwecken hat sie eine Reportage geguckt – das durften auch nur sie und ihre Projektpartnerin. Im Video waren ein paar Szenen, die nicht unbedingt jedem Kind zugemutet werden können. Und über die Schulter geguckt hat ihr halt H. …

Jetzt ist ihr Dilemma, was ihr alles schmeckt und sie gleichzeitig sieht, was dahinter steckt. Bisher hatte sie kein Problem damit, das man ein Tier schlachten muss, wenn man Fleisch essen will. Das ist, denke ich, auch immer noch so. Was aber halt wirklich ein Problem für sie ist (genau wie es auch bei mir war): Fleisch wird zum allergrößten Teil ‚produziert‘; Effizient, eingepfercht, turbogemästet, fließbandgemordet. Massentierhaltung ist nie wirklich artgerecht und es geht dazu noch richtig viel schief – auf allen Teilen des Produktionsweges. Unter Qualen gelebt, unter Qualen gestorben. Die allermeisten. Und auch das Biovieh: Im Leben geht’s dem vielleicht ein bisschen besser, aber geschlachtet werden die allermeisten Tiere immer noch in den konventionellen Schlachtbetrieben. Geht also trotzdem nicht, und damit ist das Thema Fleisch wohl erstmal durch. Dabei hat sie noch nicht mal die gesundheitlichen Aspekte des Wahnsinns gesehen: Antibiotika, multiresistente Keime, Überkonsum usw. usf. …

Ich bin gespannt, welchen Weg sie findet. Denn ziemlich klar ist für mich, dass sie vegetarisch Essen nicht konsequent durchhalten kann. Irgendwas muss zum Beispiel in der Schule essen. Durch ihre Sonderkost hat sie sowieso fast nie eine Auswahl: Ein Essen und fertig – wenn Fleisch drin ist: Pech. Wenn es Maisnudeln gibt muss ich ihr eh schon was anderes mitgeben, weil sie die absolut eklig findet. Aber jedesmal, wenn es jetzt Fleisch gibt, kann ich ihr nicht auch noch was kochen, das schaffe ich einfach nicht.

(swg)

Die ersten neblig-kalten Tage im Herbst. Mit heißem Kakao auf der Couch und diesem heimeligen Geruch nach warmem Heizungsstaub in der Luft…

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