Archives for category: alltäglich

Langsam dämmert der Morgen herauf, die Sonne guckt noch nicht über den Horizont. Das trübe Dunkelgrau wandelt sich zu einem ebenso trüben Blaugrau, anfangs mit einem satt-orangen Streifen im Osten, der schnell blasser wird. Mein Blick schweift über die raureifbedeckten Dächer der alten Bahngebäude, Lockschuppen und Werkhallen. Im Westen am Hang stehen alte Mehrfamilien- und Siedlungshäuser. Aus jedem Schornstein dampft eine Gasheizung ihr Fähnchen in die eisig-kalte Morgenluft. Die Sonne kriecht hinter mir langsam über den Horizont, sie spiegelt sich kupfern in Glasfasaden und Fenstern jenseits der Bahngleise und der Weißeritz. Von hier sieht man den morgentlichen Verkehr nur in einer schmalen Lücke am Kraftwerk über die Nossener Brücke herein rollen. Unten vorm Haus rangiert der Lkw des Autohändlers in seine Parkposition – Gebrauchte vom Autohaus abholen. Langsam belebt es sich.

Ich mag den frühen Morgen im Fitnessstudio. Es sind immer die fast gleichen Szenen unten und in der Ferne, weit weg. Und immer sind nur die gleichen vier/fünf Leute da. Noch niemand hat die Musikbeschallung eingeschaltet, die Trainer kommen erst noch. Man schnauft angestrengt in die Stille des Morgens und guckt nach draußen, losgelöst vom Treiben unten.

(swg)

Gestern schon ist die Temperatur deutlich unter Null Grad gefallen, -5°C sind für mich dann doch ein Grund, geschlossene Schuhe anzuziehen. Auf dem Fahrrad wird das, vor allem mit etwas Wind, sonst sehr unangenehm. Es pfeift dann quer durch die Sandale und beißt in den Füßen. Handschuhe brauche ich ein bisschen eher: 5°C und darunter, bei Regen und Wind schon ab sieben.

Heute Morgen standen -11°C an unserer Wetterstation, auf dem Fahrrad schneidet mir der eisige Wind geradezu ins Gesicht. Ich muss heute Abend unbedingt meine Ski-Maske raussuchen, es war fies, mein Kieferknochen fühlte sich halb erfroren an. Und der gefrierende Atem im Bart ist dazu ziemlich *bäh*.

Das war aber nicht das Einzige, was einfror: Mein Schaltbowdenzug am Fahrrad hat wieder Wasser gezogen. Der friert dann bei den Temperaturen ein und ich fahre nur noch im zuletzt höchsten eingelegten Gang, runterschalten geht nicht mehr. Gestern ist das auch schon passiert, allerdings hatte ich gehofft, dass es nur der Schaltwerfer ist. Grobes Reinigen mit einem Fett- und Schmutzlöser aus der Spraydose hat es aber offenbar nicht gebracht.

Hm, „wieder“ hab ich geschrieben. Genau genommen ist der Schaltbowdenzug zuletzt Anfang 2015 aus dem gleichen Grund gewechselt worden. Hat eigentlich verdammt lange gehalten. Erst recht wenn man beachtet, dass ich immer überall hin und bei jedem Wetter mit dem Fahrrad fahre.

Ziemlich sicher will ich jetzt jedenfalls nicht am Fahrrad basteln. Man macht sich zu dieser Jahreszeit einfach nur furchtbar dreckig, und man pfriemelt ewig rum. Andererseits bin ich von den Fahrradwerkstätten ringsum nicht gerade begeistert. Na, mal sehen ob die überhaupt auf die Schnelle den Bowdenzug wechseln können. Wenn ich gleich heute Mittag einen Termin kriegen kann, lass ich es machen, sonst ist selber basteln angesagt.

(swg)

Im Harbig-Stadion bereiten sie »Weihnachten im Stadion 2023 – Das große Adventskonzert im Stadion« vor.Beeindruckende Lichtinstallation, die tief hängenden Wolken helfen natürlich.

(swg)

Ein Baum zu Weihnachten ist Pflicht, wir wollen einen, der gehört einfach dazu. Es ist fast schon zur Tradition geworden, „unseren“ Baum beim immer gleichen Händler unten am Zelleschen Weg zu kaufen. Die kommen direkt aus dem Erzgebirge, sind nicht allzuweit gereist. Da sind wir Stammkunde, wenn man das bei nur einem Besuch pro Jahr überhaupt so sagen kann.

Über die Jahre ist unser Baum kleiner geworden. Die Mäuse beanspruchen mit ihrem Terrarium den Platz, den er früher hatte. Heute darf er nur noch 1,40 m bis 1,50 m hoch sein und muss dann an der Decke hängen. Mit Mika gibt es dafür einen zweiten triftigen Grund. So erpicht, wie Pritzel aufs Ausräumen ist, würde er den Christbaum vermutlich in kürzester zeit abschmücken…

Eigentlich hätten wir unseren Baum schon vor dm ersten Advent geholt haben wollen. Es ist beim Wollen geblieben. Leider ist auch der Schnee weg, der Schlitten bleibt zu Hause, der Baum muss auf meine Schulter. Wir gehen unsere geliebte Abkürzung am Volkspark vorbei und quer über die Wiese von hinten in die Biologie der Uni. Da gibt es eine Lücke im Zaun und schon stehen wir beim Händler.

Alina und Jannika entdecken einen Minibaum, den wollen sie unbedingt haben. Alles diskutieren hilft nichts, das Bäumchen muss mit. Naja, muss mindestens eine ihr Zimmer mal richtig aufräumen, dass genug Platz ist, ist ja auch ein Gewinn… Und die beiden schleppen ihren Baum gemeinsam nach Hause, ich hab ja schon einen.


Und dann fällt Maria gerade ein, dass Alina doch am Montag in der Schule wichteln soll! So ein Schulportal kann einen manchmal wirklich retten. Alina passt ihr gezogener Kandidat überhaupt gar nicht, da ist gar keine Sympathie. Vielleicht ist das ein Grund, warum sie das Wichteln verdrängt hat. Trotzdem überraschend, dass sie soetwas vergisst. Das wäre bei aller fehlender Sympathie – peinlich geworden, morgen. Als schnelle Idee gibt es ein Backrezept im Glas: die American Cookies – nur Ei und Margarine muss dazu. Schön geschichtet und das Glas ein bisschen beklebt: fertig. Mal sehen, wie sie morgen bewichtelt wird.

(swg)

PHP Code Snippets Powered By : XYZScripts.com