Archives for posts with tag: für gut befunden

Alina hat heute Morgen Ihr erstes Buch alleine gelesenen: „Die Schnetts und die Schmoos“ Und zwar „von vorne bis hinten!“, wie sie nachdrücklich betonte. Faszinierend, dass es ausgerechnet etwas gereimtes ist.

Ich hatte nur mitbekommen, wie ihre kleine Schwester unwirsch mit „ich lese!!“ abgewiesen wurde, als sie sich in Alinas Zimmer wagte…

(swg)

Asfa-Wossen Asserate - Draußen nur KännchenIn den aktuellen Zeiten ist es in gewisser Weise tröstlich den Blick auf ein paar positive Seiten in Deutschland gelenkt zu bekommen. In ganz und gar herrlicher Weise beschreibt Asfa-Wossen mit dem Witz eines Gebildeten die vielen netten und manchmal absurden Alltagsseiten Deutschlands.

All die samtenen, deutlich geschichtsbewussten Anekdoten zu den Gepflogenheiten dieses Landes können mich aber nicht über die weit auseinander klaffende Schere der Oberen und Unteren hinweg sehen lassen. Seine Sicht ist die Sicht eines sehr privilegierten und auch schon etwas älteren Mannes auf das Land, in dem er seine neue Heimat fand. Es ist allzu leicht sich der Errungenschaften zu erfreuen, wenn man der Ungleichheit der Unterprivilegierten nicht ausgesetzt ist. Obgleich Asfa-Wossen in die Abgründe der deutschen „Integrations“politik geschaut hat, und ihm nur allzu gewahr ist, dass hier bestenfalls Toleranz denn Akzeptanz gelebt wird, erhält er sich seinen Exotenstatus. Vielleicht auch gerade deswegen. Es bleibt mein größter Vorwurf, der nicht sein Fehler ist.

Mir war sehr schön heimelig warm beim Lesen. Es ist schön Sie hier zu haben. Danke.

Draußen nur Kännchen von Asfa-Wossen Asserate
Verlag: S. Fischer Verlag GmbH, 4. August 2012, Taschenbuch
188 Seiten
ISBN 10: 3502151571
ISBN 13: 978-3-596-18157-5
Preis: 9,99 €

(swg)

Mistwetter. Alina braucht ein kleines Geburtstagsgeschenk für die Geburtstagsfeier ihrer Freundin. Paw Patrol (hat jemand was anderes erwartet?). Wir tingeln durch die Läden. Das, was da in Lizenz gefertigt wird, ist schweineteuer und größtenteils wahnsinnig hässlich. Insbesondere betrifft das die Plüschviecher. Und was sollen denn bitte die Autos mit den fest drin sitzenden Hunden?! Die kann man nicht rausnehmen! Naja…

Irgendwann brauchen wir Mittagessen und haben uns fürs Burgerlich auf der Prager Straße entschieden.Hier gibt’s Burger und alles Zubehör. Organisiert ist das wie im Vapiano: Am Eingang gibt’s ’ne Karte, am Ausgang gibt’s die Rechnung.

Die Bestellungen laufen über im Tisch versenkte Touch-Displays. Ein erstes Getränk ist schnell geklickt und dann auch da.Die Auswahl geht schon mal über die üblichen Softdrinks hinaus: handgemischte Limos zum Beispiel mit Basilikum. Wer mal blättern will: die Karte ist auch online.

Bei den Burgern haben wir die vegetarischen Varianten mit Quinoa bzw. Portobello (Zucht-Champignon) probiert. Der Quinoa-Burger war einfach lecker, beim Pilz mit dem Frischkäse musste ich mich erst an die Konsistenz gewöhnen – geschmeckt hat der aber auch. Die Kinder haben „Pommes!“ gerufen und sind nach kurzem Intermezzo in die Spielecke abgedampft.

Alles in allem die deutlich angenehmere Alternative zu den bekannten Burgerbratern. Grüße nach Hamburg!

(swg)

Ein 20 Jahre altes Wunschprojekt von James Cameron ist endlich auf der Leinwand angekommen. Aktiv entwickelt er es wohl seit 10 Jahren. Ich denke, es ist nicht zu früh fertig geworden. Und das meine ich nicht nur aus dem filmtechnischen Blickwinkel. Zu Beginn des Films empfand ich die Mimik-Animation von Alita sogar nicht immer gelungen. Vielleicht liegt es auch an der deutschen Synchro. Man merkt aber über die Laufzeit des Films eine deutliche Verbesserung. Am Ende sind nicht mal ihre übergroßen Augen etwas auffälliges mehr. (Die sind auch im Manga für Mangaverhältnisse groß! Das muss so, das geht gar nicht anders!).

Die Story hat Cameron angepasst. Die Iron City ist weniger der Müllhaufen, als sie es im Manga ist. Durchgedrehte Cyborgs als Endorphin-Junkies, die Gehirne fressen: gibt es nicht. Die Verrohung der Einwohner ist auch längst nicht so extrem – man könnte bemängeln, dass die Bevölkerung nicht vorkommt (außer als Jubelpublikum beim Motorball). Dafür ist die Figur der Frau von Ido eingebaut (ist sie auch schon im Anime). Alita ist nach Ihrer und Idos verstorbener Tochter benannt und nicht nach seiner Katze (wie im Manga). Alle Änderungen des Storyverlaufs empfinde ich als stringentere Erzählung, als es im Manga der Fall ist: Woher kommt der Berserker-Körper, wann kam der erste wirklich große Gegner, das Beziehungsdreieck Ido-Alita-Hugo und die vielen Kleinigkeiten, die ich gerade vergesse. Einfach gute Ideen.

Was Cameron und Rodriguez (und natürlich Landau) hinbekommen haben ist, die Elemente des Mangas zu erhalten. Die Zeichnungen, an die ich mich nach so langer Zeit erinnere: sie sind alle da! Man findet Schlüsselbilder des Mangas direkt als Kamera-Einstellungen im Film wieder. Ganz groß!

Die Reifezeit, die Cameron hier zwangsweise geben musste: nötig. Nicht zuletzt, dass Cameron die Regie abgegeben hat, glaube ich, hat dem ganzen Projekt gut getan. Vieles hätte sonst anders – weniger gut – ausgesehen.

Vielleicht ein Wort zu Christoph Waltz: perfekt. Die Ziehvater-Figur passt wie maßgeschneidert. Mehr wäre gespoilert, deswegen lehne ich mich jetzt zufrieden grinsend zurück (und überlege, noch die englische Fassung gucken zu gehen).

Geht große Augen angucken. Und ihr werdet große Augen machen.

(swg)

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